15.000 Gastro-Betriebe künftig rauchfrei
Wien , 16. Dezember 2008
Jeder dritte heimische Gastronomie-Betrieb muss sich derzeit überlegen, ob er künftig ein Raucher- oder ein Nichtraucherbetrieb sein will.
Die restlichen zwei Drittel verfügen schon jetzt über mehrere Räume und können die ab 1. Jänner 2009 geltenden neuen Bestimmungen des Tabakgesetzes zum Nichtraucherschutz demnach ohne Umbaumaßnahmen umsetzen.
15.000 Gastronomie-Betriebe völlig rauchfrei
Die Wirtschaftskammer Österreich schätzt, dass künftig bis zu 15.000 Gastronomie-Betriebe in Österreich völlig rauchfrei sein werden. Probleme bei der Umstellung sieht der zuständige Fachverband vor allem bei Kaffeehäusern, Diskotheken, Bars und Imbissstuben. Die Betriebe haben bis Mitte 2010 Zeit für die nötigen Umbauarbeiten.
Bei Lokalen, die größer sind als 80 Quadratmeter und aus nur einem Gastraum bestehen und daher die räumliche Trennung vornehmen müssen, will einer Umfrage der WKÖ zufolge ein Viertel das Lokal zur Gänze rauchfrei machen.
Entscheidungsfreiheit
Bei Lokalen mit einer Größe von unter 50 Quadratmeter, die sich dem Gesetz nach entscheiden müssen, ob sie Raucher- oder Nichtraucherlokal sein wollen, hat sich ein Drittel dazu entschlossen, ab Jänner rauchfrei zu werden.
Lokale mit einer Größe zwischen 50 und 80 Quadratmeter können einen Antrag stellen, in welche Gruppe sie wollen. Der Umfrage zufolge hat sich knapp ein Viertel dazu entschlossen, ein Nichtraucherlokal zu werden.
In Summe sind 75.000 Betriebe in Österreich von der neuen Regelung erfasst. 19.000 davon sind Hotel-Restaurants, die fast ausschließlich auf Nichtraucher umstellen werden, so die WKÖ. Von den verbleibenden 56.000 Gastronomiebetrieben werden etwa 10.000 bis 15.000 künftig als reine Nichtraucher-Lokale geführt, sagte Wolf.
Leser Meinungen
Zu diesem Artikel gibt es 1 Postings.
WegmitderEU (16.12.2008 14:06)
15.000 Rauchfrei
Tja das werden dann halt die nächsten 15.000 Konkurse sein, auf die paar kommt es doch eh schon nicht mehr an, die EU treibt doch sowieso den Großteil der Bürger in den Konkurs...
Hauptsache die korrupten Politiker verdienen sich eine goldene Nase auf Kosten der Bevölkerung.
http://www.oe24.at/wirtschaft/15000_Gastro-Betriebe_kuenftig_rauchfrei_405815.ece
Verschärfte Anti-Raucher-Regelungen beschlossen
Für Raucher wird es nun auch in der österreichischen Gastronomie ungemütlich. Eine Verschärfung des Tabakgesetzes, die am Mittwochnachmittag im Nationalrat mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und Grünen beschlossen wurde, bringt eingeschränkte Raucherzonen in Lokalen. Einzig in Gaststätten bis maximal 50 Quadratmetern kann der Wirt noch frei entscheiden, ob er das Rauchen erlaubt.
Bei Lokalen mit einer Grundfläche zwischen 50 und 80 Quadratmetern muss die zuständige Behörde beurteilen, ob eine räumliche Trennung etwa unter dem Aspekt des Denkmalschutzes möglich ist. Bei noch größeren Gastronomie-Einrichtungen ist zwingend vorgeschrieben Raucherzimmer einzurichten, sofern der Wirt Nikotin-Genuss überhaupt zulassen will. In Räumen, in denen geraucht werden darf, hat die Kennzeichnung überdies den gut sichtbaren Warnhinweis "Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihrer Mitmenschen" zu enthalten.
Im Gesetz sind zudem besondere Schutzbestimmungen für in der Gastronomie tätige Personen vorgesehen, vor allem für Jugendliche und werdende Mütter, die in Räumen, in denen sie der Einwirkung von Tabakrauch ausgesetzt sind, nicht arbeiten dürfen. Außerdem muss im Kollektivvertrag festgelegt sein, dass der Arbeitnehmer auch dann Anspruch auf Abfertigung im gesetzlichen Ausmaß hat, wenn er sein Arbeitsverhältnis wegen der Belastung durch die Einwirkung des Passivrauchens kündigt. Bei Verstößen müssen die Inhaber der Betriebe mit Geldstrafen bis 2.000 bzw. 10.000 Euro (im Wiederholungsfall) rechnen, zuwiderhandelnde Gäste mit Geldstrafen bis zu 100 bzw. 1.000 Euro.
Wichtiger Schritt für den Gesundheitsschutz
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky meinte, das Gesetz sei ein weiterer Aspekt, um die Menschen vom Rauchen wegzubekommen, ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger nannte die Regelungen einen wichtigen Schritt für den Gesundheitsschutz. Für die SPÖ verwies der Abgeordnete Dietmar Keck auf den notwendigen Arbeitnehmerschutz auch in der Gastronomie. Grünen-Gesundheitssprecher Kurt Grünewald meinte, es müsse sehr genau evaluiert werden, ob dieser erste Schritt zum Nichtraucher-Schutz ausreichend sei.
Seitens der FPÖ argumentierte der Abgeordnete Lutz Weinzinger das Nein seiner Fraktion damit, dass Fast Food ja auch nicht verboten werde, obwohl die Kinder davon verfetten. BZÖ-Klubchef Peter Westenthaler sprach von einem Eingriff in die persönlichen Freiheiten.
Unzufrieden mit den strengeren Regeln für Raucher zeigten sich auch die Gewerkschafter der FCG/vida. Nachbesserungen seien notwendig, die Sozialpartnereinigung wäre tiefgreifender gewesen als die gesetzliche Verankerung, kritisierte Vorsitzender Alfred Gajdosik. Nichtrauchende Mitarbeiter könnten einen Raucher-Betrieb verlassen. Das AMS könne sie jedoch wieder an ein Unternehmen vermitteln, in dem der Glimmstängel erlaubt sei. Lehnen die Betroffenen dieses Angebot ab, würden sie jeden Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren.
http://www.krone.at/